Gesine Schwan zeigt Haltung

Gesine Schwan wurde 1943 in Berlin geboren. Sie stammt aus einer sozial engagierten Familie, die im Nationalsozialismus protestantischen und sozialistischen Widerstandskreisen angehörte.

Nach dem Besuch des Französischen Gymnasiums in Berlin, an dem sie 1962 das Abitur ablegte, studierte sie Romanistik, Geschichte, Philosophie und Politikwissenschaft in Berlin und Freiburg/Breisgau. Ab 1971 war Gesine Schwan Assistenz-Professorin am Fachbereich Politische Wissenschaft der Freien Universität Berlin und habilitierte sich 1975 über die philosophischen und politökonomischen Voraussetzungen der Gesellschaftskritik von Karl Marx. Ab 1977 lehrte sie als Professorin für Politikwissenschaft, insbesondere für politische Theorie und Philosophie, an der Freien Universität Berlin. Forschungsaufenthalte in Washington D.C., Cambrigde und New York folgten. 1992 wurde Gesine Schwan zur Dekanin am Otto-Suhr-Institut gewählt und blieb dies bis 1995.

Von Oktober 1999 bis September 2008 war sie Präsidentin der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Im Januar 2005 übernahm Gesine Schwan zusätzlich das Amt der Koordinatorin der Bundesregierung für die grenznahe und zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit mit Polen, das sie bis September 2009 ausübte. Sie ist Mitglied des Kuratoriums der deutsch-polnischen Wissenschaftsstiftung, deren Gründung sie maßgeblich vorangetrieben hat.

Gesine Schwan gründete gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern im März 2009 die HUMBOLDT-VIADRINA School of Governance und war von Juni 2010 bis Juni 2014 deren Präsidentin. Gesine Schwan ist Präsidentin und Mitgründerin der im Juni 2014 gegründeten HUMBOLDT-VIADRINA Governance Platform, Berlin.

 

Politisches Engagement

Gesine Schwan trat 1972 in die SPD ein. Neben ihrer wissenschaftlichen Karriere arbeitete sie in zahlreichen politischen Gremien mit, unter anderem in der Grundwertekommission beim Parteivorstand der SPD. Von 1985 bis 1987 hatte Gesine Schwan den Vorsitz der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft (DGfP) inne, 1994 bis 2000 war sie Mitglied des Vorstandes der Deutschen Vereinigung für politische Wissenschaft (DVPW). Frau Schwan ist darüber hinaus

  • Mitglied des Kuratoriums der Theodor-Heuss-Stiftung (seit 1994)
  • Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats des Centre Marc Bloch in Berlin (seit 2001)
  • Mitglied im Senat der Max-Planck-Gesellschaft (seit 2005)
  • Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des CIERA (Centre interdisciplinaire d’études et de recherche sur l’Allemagne) (seit 2006)
  • Mitglied der Académie de Berlin (seit 2006)
  • Mitglied des Kuratoriums der Haniel Stiftung (seit 2006)
  • Mitglied des Kuratoriums des Stein-Preises der Alfred Töpfer Stiftung (seit 2007)
  • •Mitglied des Kuratoriums des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB) (seit 2008)
  • Mitglied des Kuratoriums der Deutsche Tinnitus-Stiftung Charité (seit 2016)

 

Auszeichnungen

2004 wurde Gesine Schwan mit dem Marion Dönhoff Preis für internationale Verständigung und Versöhnung ausgezeichnet. Am 30. September 1993 wurde ihr das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Am 4. Oktober 2002 verlieh ihr der Bundespräsident dann die nächsthöhere Stufe des Verdienstordens, das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. 2006 wurde Gesine Schwan mit der Ehrendoktorwürde des Europäischen Hochschulinstituts Florenz für ihre Verdienste um das Zusammenwachsen der Wissenschaftskulturen in Europa geehrt. 2010 erhielt sie die Goldene Ehrennadel der Stiftung Frauenbrücke-Preis für die innere Einheit in Deutschland sowie den Hedwig-Preis der Universität Breslau und der Stadt Breslau für ihre Verdienste um die deutsch-polnische Verständigung. 2011 wurde ihr der Winfried-Preis der Stadt Fulda für völkerverbindende Leistungen verliehen. Frau Schwan wurde in 2004 sowie erneut 2008/2009 für das Amt der Bundespräsidentin nominiert.

2004 heiratet Gesine Schwan zum zweiten Mal. Ihr Mann, Peter Eigen, ist Jurist und war Director der Regional Mission in Eastern Africa der Weltbank. Er ist Gründer der Nichtregierungsorganisation Transparency International, die sich weltweit gegen Korruption engagiert, sowie Vorsitzender von EITI (Extractive Industries Transparency Initiative).